Orte der Fotografie oder dem Leben immer wieder eine Orientierung geben

Ich habe nun einen Punkt erreicht, an dem ich mich neu orientieren will. Wo komme ich fotografisch her und wo will ich hin, was mache ich wo und wie?

Im Brennpunkt 2016 sind folgende Worte zu lesen:

„Das Wesen der Dinge – wie kann dieses fotografisch ausgelotet werden? Wie zeigt man das, was die Welt im Inneren zusammenhält und nicht nur dessen Abbild oder Schein? Immaterielles ist nicht unmittelbar dokumentierbar. Kulturelle Strömungen und Zusammenhänge manifestieren sich insbesondere in alltäglichen Situationen, banalen Gegenständen, unscheinbaren Landschaften oder gesichtslosen Orten.
In seinen fotografischen Serien registriert, konserviert und reflektiert Stephen Shore diese Spuren menschlichen Lebens, die normalerweise übersehen und nicht als bildwürdig betrachtet werden.
Als Chronist des Unspektakulären zeigt er die Strukturen und sensiblen Zusammenhänge unserer westlichen Kultur auf. So wird der Akt des Fotografierens zum Versuch, sich seiner Selbst und seiner Umwelt zu vergewissern und durch Beobachtung tiefere Erkenntnis zu erlangen.“

Ich sehe mich heute thematisch irgendwo zwischen Shore und Spottorno.

Ich habe mich nun viele Jahre mit dem Wesen der Dinge fotografisch und psychologisch beschäftigt bis ich die Welt mehr so sehe wie sie ist. Das Soziale ist unser Schicksal und das Asoziale unsere Herausforderung.

Solange ich zu Gast auf diesem Planeten bin muß ich damit leben.

Wie habe ich mich fotografisch dabei entwickelt?

Alles ist im Fluß ist meine Grunderkenntnis. Wenn ich denke, wie ich anfing und mit welchen Domains ist mich fotografisch einordnete, dann hätte ich nie gedacht, heute digital hier zu sein. Ging es zu Beginn um die Frage wie ich gute und echte Dokumentarfotos mache, kamen später die Filter.

Heute ist mehr möglich und jeder muß selbst herausfinden, was er wie fotografisch umsetzen will. Hinzu kommen bei mir persönliche Schicksalsschläge, die neue Wege erzwangen.

Wie sieht es bei mir heute fotografisch aus, wo sind meine digitalen Orte der Fotografie?

Lenstrip.de ist das große Becken, wo alles rein kann, was mit Fotografie zu tun hat. Danach fangen die Unterscheidungen an, bei mir regional, sozial und zweckgebunden.

Regional vor Ort ist bergisches.infotos.de alias wupperseiten.de alias wupper.album.international sowie bergischdigital.de. Darin ist alles aus der Region und in der Region zu finden was ich sah, sagen und zeigen wollte.

Personal persönlich ist denken.infotos.de alias dayart.de alias flaneur21.de. wo ich mich in Text und Bild mit dem Leben um mich und in mir auseinandersetze. Dort ist auch immer meine Aneignung der Wirklichkeit durch Fotografie zu finden.

Sozial real habe ich dann eigene Dokumentarfotos und soziales Leben aufgeteilt nach Kunst, Krieg und Konflikt in der Wirklichkeit mit artlens.de, frontlens.de und streetlens.de, die mittlerweile in artlens.fotografie.international, dokumentarfotografie.at und dokumentarfotografie.com münden, weil so eben die Welt ist. In der Welt werden Konflikte in einer Demokratie hoffentlich durch Mehrheitsentscheidungen gelöst, die Auseinandersetzung mit der Welt findet individuell ihren Ausdruck in der Kunst und die kollektiven Auseinandersetzungen jenseits von Konflikten finden in Kriegen statt. Dies alles spiegelt sich in Fotos und dem Umgang damit wieder und das war mein großes Thema.

Zur Kunst möchte ich Wolfgang Boesner zitieren:

„Kunst ist jedoch dann radikal mehr, wenn sie zum eigenen künstlerischen Handeln führt. Wenn sie uns erkennen läßt, dass wir selbst die künstlerischen Akteure sind. Die Kraft und das Potenzial der Kunst stecken in jeder menschlichen Handlung, in jedem Gegenstand, den wir uns erwählen – fernab politischer, religiöser oder sonstiger Bevormundung. Die Kunst hat eine ungeahnt große befreiende Kraft, weil sie unsere besten Energien ans Licht befördert.“

Dies alles hier bei mir ist eine je nach Sichtweise zehn- bis zwanzigjährige fotografische Auseinandersetzung und Dokumentation geworden, weil die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit im Zeitstrahl etwas Neues ergeben hat.

Es ist daher Zeit auch andere Kommunikationsformen zu nutzen, um sich neu zu finden (im Wortsinn) und sich neu zu zeigen – wenn ich das will?!

Wie weit will ich ein öffentlicher Mensch sein?

Darum wird es gehen.

Zum Schluß

Das Wesen der Dinge ist die Sonne:

„Das Elend hinderte mich, zu glauben, daß alles unter der Sonne und in der Geschichte gut sei; die Sonne lehrte mich, daß die Geschichte nicht alles ist.“